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30/12/2007

Wie Jugendliche sich ihre Zukunft vorstellen

Wie Jugendliche sich ihre Zukunft vorstellen

 

Joanne Schiltz: „Als Reiseverkehrskauffrau  muss ich suchen, wo noch Platz ist.“

 

The Adviser Mag  -

 

 


Wie Jugendliche sich ihre Zukunft vorstellen

 

Joanne Schiltz: „Als Reiseverkehrskauffrau  muss ich suchen, wo noch Platz ist.“

 

The Adviser Mag  -

 

 

Joanne liebt Büroarbeit. Und sie reist gerne. „Ich war schon in ein paar Ländern mit meinen Eltern und vielleicht kann ich die Kunden deshalb ja auch besser beraten“, sagt sie. Ägypten, Kuba und Amerika hat sie schon besucht und ihr erster Flug liegt schon so lange zurück, dass sie sich nicht mehr erinnern kann wann das war. Außer: „Da war ich noch sehr klein“. Das Reden über Reisen bringt sie zu ihrem Traum. „Australien, da möchte ich mal hin“, sagt sie, „die Kängurus und Koalas in natura sehen“. Außerdem sei Australien so ein riesiges Land, „so ganz anders als Luxemburg“. Letztes Jahr war sie in Portugal und fand das Land „abwechslungsreich“. Lissabon hat sie sich angeschaut, portugiesische Dörfer und dann gibt es da natürlich noch das Meer. „Man muss ja wissen, ob einer lieber Kultur vor Ort hat oder es vorzieht, am Strand zu liegen. Die begeisterte Jazzdancerin macht beides gerne.

 

Die 15-jährige Schülerin ist ordnungsliebend und hat keine Angst vor der Arbeit mit den vielen Katalogen. „Die werde ich brauchen, um zu beraten“, sagt sie und weiß: „Als Reiseverkehrskauffrau muss ich auch suchen, wo noch Platz ist.“ Wenn ihre Eltern die Urlaube gebucht haben, war sie zwar nie mit, aber das wird sie in der „Semaine de la découverte“ nachholen. „Da bekomme ich einen Eindruck von der Praxis.“ In der Schule sind Geschichte und Englisch gerade ihre Lieblingsfächer. Joanne möchte das Abitur ablegen, auch wenn sie das für den Beruf nicht unbedingt braucht. Wie finden ihre Eltern ihren Berufswunsch? „Die sagen, ich soll das machen, was mir Spaß macht“, sagt sie. Schließlich sei ihr Vater beruflich auch viel unterwegs und bringe immer Farbbände über das Land und Fotos mit. Für Joanne geht es in jedem Fall ins Büro, das steht zurzeit fest. Nicht zur Bank, aber vielleicht ist die Arbeit bei einem Immobilienhändler eine Alternative, wenn es mit dem Reisebüro nicht klappt. „Oder ein Studium im Bereich Tourismus“, fügt sie hinzu.

 

„Wir sind vor und nach der Reise für die Kunden da“

 

 „Wenn einer nach Karatschi will, muss ich als Reiseverkehrskaufmann wissen, welche Airline dahin fliegt und dass die Luxair das Ziel nicht anfliegt“, sagt Jerry Geimer und bekräftigt das mit einer lebhaften Handbewegung.

 

Wiebke Trapp

 

Der Geschäftsführer des Escher Reisebüros „Voyages Wengler“ managt das Geschäft seines Onkels seit zehn Jahren und hat den Beruf von der Pike auf gelernt. „Wir brauchen Leute hier, die gerne reisen“, umreißt er eine der wichtigsten Voraussetzungen in seinem Job. Nur dann könne man auch Reisen verkaufen. Hinter seinem Arbeitsplatz thront ein riesiges Regal, das mit Katalogen prall gefüllt ist. Daneben hängt die große Weltkarte. Fernweh stellt sich automatisch in dieser Atmosphäre ein.

 

„Das erste, was sie hier bei mir lernen, ist der Umgang mit unseren Katalogen. Das ist unser Handwerkszeug, die müssen gepflegt und ständig aufgefüllt werden“. Dabei ist der Katalog der nationalen Airline der Hauptkatalog und die dort angebotenen Reiseziele in Ländern wie Spanien, Griechenland, Italien, Türkei oder Ägypten sind die am meisten verkauften. „Es muss auch klar sein, dass Bern die Hauptstadt der Schweiz ist und nicht Zürich“, sagt Geimer zu den Lernzielen im ersten Jahr und stellt klar: „Leute mit Flugangst sind bei uns fehl am Platz“. Mitarbeiter, die nicht freundlich sind, gehören auch dazu. „Freundlichkeit ist ein absolutes Muss. Ein Kunde, der hierher kommt und dem einfach nur ein Katalog in die Hand gedrückt wird, ist ein verlorener Kunde“, sagt der Fachmann. „Er kommt ja extra hierher zu mir ins Büro, weil er mehr will“.

 

Deshalb geht es auch im ersten Lehrjahr schon gleich zur Sache. Telefontraining. Wie melde ich mich richtig am Telefon? „Es heißt Bonjour und nicht moien“, sagt der Chef. Und es wird gelernt, für was MIR oder PMI steht. MIR steht für Monastir in Tunesien und PMI für Palma de Mallorca. „Das sind die Dreiletter-Codes“, sagt der erfahrene Experte, „die brauche ich, um darunter in den Buchungsmasken im Computer nach freien Plätzen zu suchen“.

 

Die persönlichen Verkaufsgespräche werden im zweiten Jahr eingeübt. Mag der Kunde lieber Sonne und Strand, will er mit dem PKW, der Bahn oder lieber mit dem Flugzeug reisen oder will er Wellness statt Stadt und Kultur? „Für jeden Kunden ist etwas dabei, man muss nur rausfinden was“, beschreibt Geimer die Kunst in seinem Geschäft. Wien ist vor Rom, Berlin und London der Renner bei den Städtereisen, die das auf Gruppen- und USA-Reisen spezialisierte Reisebüro verkauft.

 

Dann weiß der Azubi auch schon über die Formalitäten in den jeweiligen Ländern Bescheid. Wird in Euro gezahlt, brauche ich eine besondere Impfung oder ein Visa, sind Fragen, deren Antworten im zweiten Jahr schon zum Fundus des Lehrlingswissens gehören. So wie die Antwort nach den Flugzielen der nationalen Airline in Spanien: Benidorm, Jerez de la Frontera und Malaga. Länderkenntnisse werden auch in der Berufsschule erlernt. Einen Tag die Woche drücken die Azubis die Schulbank und lernen neben der zielgebietsorientierten Geographie weiter Englisch, Französisch, Geschichte oder Buchhaltung. Auch im zweiten Jahr geht es einen Tag pro Woche in die Schule, im dritten Lehrjahr sind es sogar eineinhalb. Dann werden die angehenden Reiseverkehrskaufmänner und -frauen auch auf Kreuzfahrten geschult und die Abläufe bei den Flugbuchungen werden vertieft und geübt. Dem Irrglauben, in seinem Job sei man ständig auf Reisen beugt Geimer gleich vor. „Wir haben einen kommunikativen Bürojob in der Dienstleistungsbranche“, umreißt er das Berufsbild. Ein Bonbon hat er jedoch für seine Mitarbeiter: „Bei mir bekommt jeder außer seinen fünf Wochen Urlaub im Jahr eine Woche für eine Studienreise, um sich das Land anzuschauen.“ Auch das fällt bei ihm unter Weiterbildung, die Bereitschaft dazu ist unbedingte Voraussetzung. „Das Reisegeschäft wandelt sich dauernd“, sagt er „da muss man auf die Zeichen der Zeit eingehen können“. Ein regelmäßiges Zeichen der Zeit ist bei Voyages Wengler die Fasnachtszeit. Zu der Zeit sind Familientrips in die Robinson Clubs im Schnee der absolute Hit.

 

http://www.tageblatt.lu

 

15:32 Publié dans Deutsh | Lien permanent | Commentaires (0)

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